top of page

Wasserkreislauf und Schreibfluss

  • Aurelia Panchieri
  • 28. Mai
  • 2 Min. Lesezeit
«Wasser ist das Erdöl des 21. Jahrhunderts. […] Ohne Öl kann der Mensch leben. Ohne Wasser nicht. […] Wasser ist das Lebenselixier.»

Quelle: Plüss & Hügli (2022), Das Wasserbuch, Echtzeit Verlag.


Dieses Zitat bildet die ersten Zeilen meiner Maturaarbeit, in der sich alles um Wasser dreht. Wasser in seiner Fragilität und Wasser mit all seiner Wucht. Insbesondere habe ich mich mit dem neapolitanischen Fluss Sarno auseinandergesetzt und dazu eine fiktive Geschichte geschrieben, über Menschen, wie sie tatsächlich existieren könnten. Der Sarno ist global der sechstdreckigste Fluss – von Bern ist er mit dem Zug in gerade einmal einem halben Tag erreichbar. Die Auswirkungen dieser Verschmutzung zeigen sich in allen Lebensbereichen der Anwohnenden um den Sarno. Ihre Gesundheit nimmt Schaden, denn viele sind von Lungenkrankheiten betroffen. Ausserdem begegnet man Häusern mit rissigen Fassaden. Sie werden vom Flusswasser aufgeweicht, welches in starken Regenperioden über die begradigten Flussufer tritt. Durch den Wasserkreislauf, sind auch wir indirekt von der Verschmutzung betroffen. Wenn das Wasser eines verschmutzten Gewässers verdunstet, wird es zu einer Wolke, welche sich früher oder später in Form von Niederschlag entleert. Uns allen ist das Phänomen von gelbstichigen Wolken bekannt, die so aussehen, weil sie ganz feinen Saharastaub in sich tragen. Genau gleich verhält es sich mit dem Transport von verschmutztem Wasser über die Wolken.


Abbildungen: Fargnoli, Lorenzo, (2022). Der dreckigste Fluss Europas. In: Das Magazin,Nr. 37-2022, S. 26-35


Im Februar 2025 habe ich eben diese Maturaarbeit beim Wettbewerb «Zukunft schreiben» eingereicht. Das Ökozentrum hat es mir ermöglicht, an der diesjährigen Ausgabe der Textstatt im Aargauer Literaturhaus teilzunehmen. Ich kam in den Austausch mit anderen jungen Autor:innen. Wir überarbeiteten einerseits unsere mitgebrachten Texte, andererseits übten wir in Schreibübungen unseren Spontaneität. So schrieben wir beispielsweise absichtlich schlechte Texte, die sich dann als sehr amüsant herausstellten. Highlights waren das Mittagessen im Altersheim gegenüber sowie die alles krönende Abschlusslesung, bei der wir unsere Texte einem Publikum vorlasen und anschliessend ein Apéro geniessen durften.

Viele fragen sich wohl, wie man denn freiwillig (!) in seiner Freizeit (!!) schreiben kann. Die meisten Menschen assoziieren das Schreiben mit irgendwelchen Aufsätzen die man in der Schule schreiben musste.

Doch für mich, eine eher ruhige Person, ist das Schreiben ein Weg, um mich mitzuteilen.

Das Schreiben ist mein Aktivismus, mit meinem Schreiben will ich die Aufmerksamkeit eines grösseren Publikums auf Probleme lenken, die es gemeinsam zu lösen gilt. Menschen sollen sich in meinen Texten wiedererkennen können, denn ich will eine möglichst durchmischte Leser:innenschaft erreichen. Meine Geschichten und Texte sollen die Realität abbilden, eine Realität, die divers und von Leidenschaft geprägt ist.

Meine Texte geben wieder, wie ich die Welt um mich herum sehe, beobachte und auch selbst erlebe.

Das, was ich schreibe, soll Diskussionen anregen und Austausch fördern. Ich will Menschen vereinen und dazu motivieren, zusammenzuarbeiten. Mit meiner Maturaarbeit und der Teilnahme an der Textstatt in Lenzburg konnte ich damit beginnen, diese Ziele in die Tat umzusetzen. Ausserdem bekam ich die Möglichkeit, mich mit anderen Schreibenden zu vernetzen und auszutauschen, zu diskutieren und zusammenzuarbeiten.

Kommentare


bottom of page